Saurierpark, Bautzen

Objekt:
Neubau eines Empfangsgebäude für den
Saurierpark in Kleinwelka, Bautzen

Auftraggeber:
Beteiligungs- & Betriebsgesellschaft Bautzen mbH

Eingeladener Realisierungswettbewerb:
10/2012-12/2012


Bau- und Planungsdaten:
Grundfläche (BGF) ca. 636qm
Rauminhalt (BRI) ca. 2.542qbm


Visualisierung:
roomservice3d, Berlin

Auszug Erläuterungstext:
Bei der Anfahrt auf das Gelände stellt sich der Park als geschlossenes Waldstück dar, das erst nach passieren des Zugangs seine "Schätze" preisgibt. Vom Parkplatz aus sind die zum Teil sehr großen Saurierplastiken nicht zu sehen. Dadurch entsteht eine Spannung auf das zu erwartende bereits beim Ankommen auf dem Parkplatzgelände.
Bei der Gestaltung des neuen Zugangsgebäudes wird diese Situation genutzt. Der Besucher geht zum Waldstück hin, kann aber nur erahnen, was sich darin verbirgt. Das Eingangsgebäude tritt nicht im eigentlichen Sinne als Gebäude in Erscheinung, sondern erhält die Form von aufgeworfener Erdkruste.
Tektonische Erdbewegungen haben die oberen Schichten des Erdmantels zu einem höhlenartigen Durchgang geformt, durch die das geheimnisvolle Waldstück erreichbar wird. Der Besucher erkennt die sich aus dem Boden entwickelnde Form und wird auf selbstverständliche Weise zum Durchgang in den Park geleitet. Dabei wird die vorhandene abfallende Topografie geschickt genutzt und der Effekt des Passierens eines Höhlenzugangs verstärkt. Unter der massiven Gesteinsplatte des Durchganges ist der Eingang mit den angeschlossenen Funktionen angeordnet. Der Weg führt dann auf der Nordseite des Durchganges ebenerdig weiter in den Saurierpark.
Die Zuwegung veranschaulicht dadurch ganz erlebbar die Kräfte der Natur und nimmt den Besucher mit auf die Zeitreise in ein ferne Vergangenheit. Die Wegeführung ist sanft und selbstverständlich, aber auch eindrucksvoll, so dass die Anreise alsbald vergessen ist. Beim Eintreten wird die Bereitschaft geweckt, sich auf das Abenteuer Urzeit einzulassen.

Das eigentliche Empfangsgebäude stellt sich als Z-förmige Struktur dar, die aus dem Boden herauswächst und gegenläufig zur Gebäudemitte hin sanft ansteigt. Die vordere östliche zum Parkplatz weisende Gebäudekante erhebt sich auf 7m über dem Grund etwas höher. Dadurch ist sie vom Parkplatz aus gut erkennbar und dem Ankommenden ein Wegweiser zum Eingang auch von weiter entfernten Stellplätzen. Die Ausformung gibt dem Gebäude eine natürliche Anmutung, so als wäre es gar kein Bauwerk an sich, sondern eine von der Natur geschaffene höhlenartige Gesteinsformation. Diese Gesteinsstruktur ist von Menschenhand nun so bearbeitet, dass die Nutzung als Empfangsgebäude  möglich ist. Um den Eindruck eines natürlichen Gebildes zu verstärken ist das Dach grasbewachsen und zum Teil auch betretbar.
Das Bauwerk bildet eine natürliche Barriere auf dem Plangebiet, so dass der Zugang zum Park folgerichtig allein durch den Durchgang im Gebäude erfolgen kann. Der Vorplatz öffnet sich in Richtung Parkplatz trichterförmig, dadurch ist die Hinleitung zum Eingang sehr selbstverständlich und das Gebäude erscheint vom großflächigen Parkplatz aus nicht zu klein.