Bildungszentrum Tor zur Welt, Hamburg

Neubau im Passivhausstandard und Umbau Bestand
zum Bildungszentrum Tor zur Welt, Hamburg

Auftraggeber:
GMH Hamburg GmbH
in Zusammenarbeit mit
Freie und Hansestadt Hamburg
IBA Hamburg GmbH

BDA-Preis Hamburg 2014
Holzbaupreis 2015 SH&HH
IBA Award

Nachhaltigkeit:
Passivhaus gemäß PHPP
DGNB Zertifikat Schulbau Gold
BMWi Preis Energieoptimiertes Bauen 2009

Begrenzt offener internationaler
Realisierungswettbewerb:
02-06/2008
1. und 2.Stufe        1.Preis

Bau- und Planungsdaten
Leistungsphasen 1-9
LP 6-8 bof architekten mit DGI Bauwerk
Planungsbeginn 02.2009
Baubeginn 10.2010
Baubeginn Rohbau 05.2011
Fertigstellung 05.2013
Grundfläche (BGF) Neubau ca. 22.000 qm
Rauminhalt (BRI) Neubau ca. 99.700qbm

Fachplaner Wettbewerb
Landschaftsarchitekt:
Breimann und Bruun, Hamburg
Energie und TGA:
ebök, Tübingen
Tragwerk und Brandschutz:
WTM Engineers, Hamburg

Fachplaner Ausführung
Landschaftsarchitekt:
Breimann und Bruun, Hamburg
Energie und TGA:
EGS-plan, Stuttgart
Tragwerk:
Schumacher und Gerber, Hamburg
Brandschutz:
WTM Engineers, Hamburg


Erläuterungsbericht:

Städtebau

Der Neubaukomplex des Bildungszentrum "Tor zur Welt" greift die städtebauliche Struktur des westlich direkt angrenzenden  "Eisenbahnerviertels" auf. Die nach Osten hin unvollständigen Blockstrukturen des "Eisenbahnerviertels" werden durch die Ausbildung klarer Kanten zu einem städtebaulich adäquaten Abschluss geführt.

Zur Krieterstraße und dem südöstlich anschließenden Helmut-Schmidt-Gymnasium mit seinen Bestandsbauten wird eine eindeutige Platzsituation ausgebildet, welche mit dem dort positionierten Multifunktionszentrum eine deutlich ablesbare Adresse für das neue Bildungszentrum ausbildet und somit eine Präsenz schafft, die seiner besonderen Bedeutung für den Stadtteil entspricht.

Das Multifunktionszentrum als gemeinschaftlicher und stadtteilöffentlicher Bereich bildet das Herz der Einrichtung. Es steht sowohl den Nutzern des Bildungszentrums, als auch den Bewohnern Wilhelmsburgs offen.

Einladend und offen präsentiert es sich mit seinem verglasten Erdgeschoss im öffentlichen Raum, fördert einen Austausch zwischen innen und außen und soll zur Bereicherung des öffentlichen Lebens beitragen.

Der Neubau der Energiezentrale auf dem Grundstück Helmut-Schmidt-Gymnasium stärkt die neue Verbindung der unterschiedlichen Module und die Anbindung der Sekundarstufe an das Multifunkionszentrum, greift die Formensprache und Baustandards der Neubauten auf und integriert das neue Gymnasium in das Bildungszentrum "Tor zur Welt".

Entwurf

Eine große Bedeutung im Bildungszentrum kommt dem alle Funktionsbereiche überspannenden, erdgeschossigen Verbindungsbau innerhalb der Neubauten zu. In ihm sind vor allem die allgemeinen und öffentlichen Nutzungen untergebracht.

Seinen Auftakt nimmt er im Foyer des Multifunktionszentrum und der angrenzenden, zentralen Pausenhalle, dem "Ort der Begegnung". Von dort aus gelangt man über die "Straße des Lernens" zu den internen Erschließungskernen der einzelnen Schulbereiche. Offene Treppen führen von dort weiter zu den Lernbereichen der jeweiligen Schulformen.

Die "Straße des Lernens" verbindet die Gebäude nicht nur jahrgangs- und systemübergreifend miteinander, sondern auch diesen neuen Ort des Lernens mit der Öffentlichkeit.

Intern sind die einzelnen Bausteine in Ihren Volumen so ausgebildet, dass sie sich miteinander verzahnen und dadurch eine gemeinsame Identität entstehen lassen.

Trotzdem bleiben sie durch ihre individuellen Formen als einzelne Baukörper ablesbar. Die Baukörper sind zueinander ausgerichtet und ermöglichen so vielfältige Sichtbeziehungen untereinander. Obwohl die einzelnen Module eine ähnliche Formensprache sprechen, sind sie in Ihrer Gestalt so differenziert, dass jeder Schulbereich eine eigene Identität entwickelt und  trotzdem Teil der Gesamtheit ist. Unterstützt wird die Ablesbarkeit der einzelnen Gebäude und somit auch die Orientierung innerhalb der Neubaukomplexes noch durch die jeweiligen "Hausfarben", die von den Architekten zusammen mit der Designerin Florencia Young entwickelt und ausgesucht wurden. Sie begleiten den Nutzer und Besucher beginnend am Eingang, über die Treppen bis hin zu den einzelnen Fluraufweitungen in den Obergeschossen. 

Fassade

Der Neubau unterscheidet grundsätzlich zwei Fassadentypologien, eine Lochfassade mit Fenstern, 3-fach Wärmeschutzverglasung und außen liegendem Sonnenschutz und eine Pfosten-Riegel-Fassade mit 3-fach Sonnenschutzglas.

Die Lochfassade wurde als nichttragende Außenwand in Holzelementbauweise gebaut. Die Außenseite bildet eine horizontale Holzschalung, die Innenseite GK-Platten. Der luftdichte Wandaufbau erreicht einen U-Wert von ca. 0,13 W/m2K. Der außenliegende Sonnenschutz aus Leichtmetall-Raffstores liegt vor der Dämmebene und zeichnet sich in Form von verbreiterten, umlaufenden Leichtmetall-Faschen ab. Im oberen Teil enthalten die Raffstores Elemente zur Lichtlenkung und Optimierung der Tageslichtnutzung. Die Fenster (U-Wert ca. 0,7 W/m2K, passivhaustauglich) haben größtenteils Festverglasung, teilweise Öffnungselemente aus Holz.

Im Erdgeschoß sind große Teile der Außenwand der Eingangs- und Pausenhallen als Pfosten-Riegel-Fassade mit Sonnenschutzverglasung ausgebildet. Die Bereiche der Lernateliers in den Obergeschossen zeichnen sich nach außen ebenfalls durch eine Pfosten-Riegel-Fassade ab.